Guter Preis für gute Milch

Handel sollte regionale Milchprodukte anbieten

SPD-Landtagsabgeordnete Bettina Brück unterstützt die heute vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau vorgetragene Einschätzung zum Milchmarkt, insbesondere die Kritik zum vereinzelten Preisdumping des Handels bei einheimischer Milch.

Brück appelliert an die Supermärkte im Land, regionale Milchprodukte anzubieten. In Rheinland-Pfalz gebe es mit den zwei großen Molkereien "Hochwald" und "MUH" gute Angebote regionaler Milchprodukte, die vom Handel in ihre Produktpalette auch aufgenommen werden sollten. Brück: "Die Verbraucherinnen und Verbraucher wollen auch Milch der regionalen Landwirtschaftsbetriebe kaufen. Oftmals werden regionale Milchprodukte bei den Supermärkten aber zugunsten von Großmarken nicht angeboten, so dass den Kunden keine Wahl bleibt. Das sollte sich ändern."

Die regionale Landwirtschaft produziere hervorragende Lebensmittel und leiste einen Beitrag zur Landschaftspflege, so Bettina Brück. "Bio" sei zu Recht im Trend, aber was nützten Bioprodukte, die lange Transportstrecken hinter sich hätten. Deshalb seien regionale Milchprodukte nicht nur von hoher Qualität, sondern aufgrund der kürzeren Transportentfernungen auch umweltverträglich. Ein Problem, so Brück, sei von Discountern und Supermärkten oft zu Billigstpreisen angebotene Milch, die den Landwirten als Erzeugern dann eine zu geringe oder keine Gewinnspanne biete. Der durchschnittliche Milcherzeugerpreis lag in Deutschland 2006 bei rund 27 Cent/kg. Die anfallenden Kosten können jedoch deutschlandweit und abhängig von der Betriebsstruktur bei weit über 30 Cent/kg liegen. In Rheinland-Pfalz besteht erfreulicherweise eine leicht positive Preisdifferenz bei den Milcherzeugerpreisen gegenüber dem Bundesdurchschnitt, was die rheinland-pfälzische Landwirtschaft stärkt. Um die Milchbetriebe auf den möglichen Wegfall der Milchquote im Jahr 2015 vorzubereiten, hat die Landesregierung auch ein Beratungsprojekt zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit in den rheinland-pfälzischen Milchviehbetrieben initiiert. Insgesamt gilt es, eine Effizienzsteigerung der Milchwirtschaft zu unterstützen. Gleichzeitig müsste auch der Handel Milch zu angemessenen, landwirtschaftsfreundlichen Preisen anbieten und regionale Produkte im Sortiment listen, so Bettina Brück.

Brück: "Es werden zwar auch Milchprodukte der regionalen Molkereien unter anderem Namen angeboten, aber oft dominieren Großmarken anderer Regionen die Regale. Es wäre wünschenswert, wenn die Kundinnen und Kunden zumindest die Wahl hätten zwischen regionalen Produkten der rheinland-pfälzischen Molkereien und Milch von anderen Marken."