Bürgerschaftliches
Engagement
für eine bessere Zukunft
Innenminister
Bruch skizziert Ehrenamtsförderung in
Rheinland-Pfalz
WITTLICH.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Zur
Sache" hatten SPD-Kreisverband und
-Kreistagsfraktion Innenminister Karl Peter Bruch
zu Gast. Thema war das Ehrenamt und dessen
Unterstützung und Förderung.
In
seiner Begrüßung stellte Günter Rösch,
Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, heraus,
dass gerade im Landkreis Bernkastel-Wittlich sehr
viele Menschen in Vereinen, Feuerwehren,
Hilfsorganisationen, Parteien, Gemeinden und
Bürgergruppen aktiv seien. Minister Bruch wies
auf den Anteil von 40 Prozent aller
Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer
hin, die sich in den verschiedensten Bereichen
ehrenamtlich engagieren. In den vergangenen Jahren
sei der Anteil nochmals um 6 Prozent gestiegen,
sodass Rheinland-Pfalz in einer Statistik
mittlerweile den 2. Platz hinter
Baden-Württemberg einnehme. Zudem gebe es weitere
34 Prozent in Rheinland-Pfalz, die aktiv sind,
ohne längerfristige Aufgaben zu übernehmen.
Somit nehmen gut 73 Prozent der Bevölkerung
Gemeinschaftsaktivitäten wahr.
 |
|
Auf
unserem Foto von links: Bettina Brück MdL,
Dieter Burgard MdL, Minister Karl Peter
Bruch und Günter Rösch. |
Die
Schwerpunkte ehrenamtlichen Engagements liegen im
Bereich Sport und Bewegung, größere Bereiche
sind auch Schule und Kindergarten, Kultur und
Musik, Freizeit und Geselligkeit, der soziale
Bereich sowie Kirche und Religion. Das Engagement
in den Bereichen Kultur und Musik sowie Freizeit
und Geselligkeit ist deutlich größer als im
bundesweiten Durchschnitt. In den mittelgroßen
Bereichen Politik und Interessenvertretung sowie
Lokales Bürgerengagement liegt Rheinland-Pfalz
ebenfalls deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Letzteres mache deutlich, dass die Ehrenamtlichen
am ehesten in ihren Heimatgemeinden bzw.
Heimatorten aktiv werden. "Nach wie vor ist
das Engagement in den ländlich geprägten Räumen
besonders hoch. Daher ist die Verbesserung von
Rahmenbedingungen im Ehrenamt und für
bürgerschaftliches Engagement in Rheinland-Pfalz
ein klares Ziel der Landesregierung", so Karl
Peter Bruch.
Durch
Einsatz des Landes Rheinland-Pfalz konnte erreicht
werden, dass die gemeinnützige Arbeit in Vereinen
und Organisationen stärker vom Staat gefördert
wird, ergänzte der Innenminister. Bruch:
"Auf Initiative der SPD hat der Deutsche
Bundestag beschlossen, die rechtlichen und
finanziellen Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche
deutlich zu verbessern." So werde erstmals
ein allgemeiner Freibetrag für alle aktiv
Engagierten in gemeinnützigen, mildtätigen und
kirchlichen Vereinen eingeführt. Diese könnten
rückwirkend zum 01. Januar 2007 eine steuerfreie
Pauschale bis zu 500 Euro im Jahr erhalten.
Darüber hinaus werde die steuerfreie
Übungsleiterpauschale von 1.848 auf 2.100 Euro
erhöht. "Das ist eine echte Unterstützung
für die Arbeit in Vereinen, ob im Sport oder in
der Kultur", stellte Minister Bruch heraus.
Erleichtert werde zudem auch das Spenden:
Bürgerinnen und Bürger könnten nun ihre
freiwilligen Zuwendungen an Vereine in Höhe von
bis zu 20 Prozent ihrer jährlichen
Gesamteinkünfte von der Steuer absetzen, bislang
waren das nur fünf bzw. zehn Prozent gewesen.
Ein
weiterer wichtiger Punkt zur Stärkung des
gesellschaftlichen Engagements sei die Erhöhung
der Besteuerungsgrenze bei der wirtschaftlichen
Betätigung von gemeinnützigen Vereinen.
Steuerfrei bleiben für die betreffenden Vereine
nun Einnahmen von 35.000 Euro, zuvor waren es
lediglich 30.678 Euro. Bruch: "Die
beschlossenen ‚Hilfen für Helfer' sind ein
richtiges und wichtiges Signal für den
freiwilligen Einsatz unserer Gesellschaft und
werden den Gemeinsinn stärken!"
In
der anschließenden Fragen- und Diskussionsrunde
unter der Leitung des SPD-Kreisvorsitzenden Dieter
Burgard MdL meldeten sich zahlreiche im Ehrenamt
tätige zu Wort, die auf die noch bürokratischen
Hemmnisse und die Mietkosten von Gruppen in
Bürgerhäusern hinwiesen.
 |
|
Ein
Blick in den gut gefüllten
Veranstaltungsraum. |
Gaby
Hörzer aus Morscheid-Riedenburg stellte den
Verein "Zeit zum Trauern" vor und dankte
dem Innenminister für die Förderung, die ihrem
Verein zum Zwecke der Trauerarbeit zugeführt
wurde.
Marcus
Heintel vom AWO-Betreuungsverein
Bernkastel-Wittlich thematisierte die Problematik
bei ehrenamtlichen gesetzlichen Betreuern. Die
Betreuungsvereine hätten die Aufgabe,
ehrenamtliche Betreuer zu suchen, zu schulen und
sie für die Übernahme von Betreuungen zu
gewinnen. Gleichzeitig sei aber diese Tätigkeit
steuerpflichtig, sobald ein Ehrenamtlicher zwei
Betreuungen führe und für diese jeweils
Aufwandspauschalen in Anspruch nehmen wolle.
Minister Bruch führte dazu aus, dass die ersten
Initiativen des Landes im Bundesrat zu einer
Verbesserung an dem Widerstand der anderen Länder
und des Bundesfinanzministeriums gescheitert
seien. Allerdings sei man weiter "an der
Sache dran" und gerade aktuell gebe es
Tendenzen, für eine Verbesserung in diesem
Bereich zu sorgen.
 |
|
Die
Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Wittlich,
Erika Werner, überreicht dem Minister eine
kleine Erinnerung an seinen Besuch in
Wittlich. |
Zum
Abschluss dankte die stellvertretende
SPD-Kreisvorsitzende Bettina Brück MdL dem
Minister für seinen kompetenten und fachlichen
Vortrag und den Anwesenden für die fruchtbaren
Diskussionen. Karl Peter Bruch erhielt zum
Abschied aus den Händen der Wittlicher
SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Erika Werner einen
"Wittlicher Stägken" sowie eine Flasche
Wittlicher Wein mit auf den Heimweg.