Stellungnahme der SPD-Kreistagsfraktion zum Projekt Großsporthalle zur Kreistagssitzung am 14.4.08

Auf der Beschlussvorlage zu diesem wichtigen Projekt „Großsporthalle„ sieht man bei den vorangegangenen Terminen, dass auf Kreisebene intensiv beraten wurde im Kreistag selbst erst einmal im Oktober 2007 darüber gesprochen wurde.

Intention aller Kreisberatungen war, eine zügige, machbare Lösung für die Schülerinnen und Schüler der Realschule und des Gymnasiums zu finden. Zugleich wurden die Beratungen auch vom Willen getragen, beim Vorrang des Schulsports, den Sport treibenden Bürgerinnen und Bürgern ein zusätzliches Angebot zu machen, neue Kapazitäten zu schaffen.

Hauptnutzer der neuen Dreifeldhalle sollen außerhalb der Schulzeiten die Sportvereine, Sportler aus der ganzen Region sein, zumal über die Hälfte der Mitglieder der Wittlicher Sportvereine in den umliegenden Verbandsgemeinden.

Die Sportstadt Wittlich mit ihrer zentralen Funktion im Kreis hat Probleme ihren einst guten Ruf auf diesem Feld zu bestätigen.

Hallensportarten wie Handball und Basketball sind angesagt und leisten insbesondere auch in der Kinder- und Jugendarbeit hervorragende Arbeit, haben aber Hallenprobleme.

Ehrenamtliche Tätigkeiten, Freizeiteinrichtungen einzurichten und zu sichern bedarf vieler Anstrengungen und Kraft.

Kräfte bündeln ist in haushaltsschwierigen Zeiten ebenso erforderlich wie auch gleichzeitig der Blick auf die zukünftige Bevölkerungsentwicklung.

Weiche Standortfaktoren, wie die Infrastruktur für Sport, Kultur und Freizeit sind auch wichtig, wenn es gilt Bürgerinnen und Bürger im Landkreis zu halten, in den Kreis zu ziehen oder jungen Familien ein Ja zu Kindern mit zu erleichtern. Da kann und darf es keine Unterschiede zwischen Kreis- oder Stadtinteressen geben.

Bürgerinnen und Bürger, die Steuerzahler haben kein Verständnis für Investitionen, die lokale Prestigeobjekte wären, aber deren Nutzen beschränkt wäre. Nicht jedes kommunale Projekt rechnet sich finanziell und so wird es auch bei der Halle sein, doch der Nutzen wird durch die gemeinsame, größere Lösung vermehrt. Einer Mehrzwecknutzung hat sich der Kreis nie entgegengesetzt, weil auch hier einmal die Möglichkeit der schnelleren Umsetzbarkeit gesehen wird und auch der Bedarf gesehen wurde.

Gemeinden im Umland der Kreisstadt wie z.B. Dreis, Osann-Monzel und Altrich zeigen wie Mehrzwecknutzung in Hallen aussehen kann.

Dass in der Stadt Wittlich kontroverser diskutiert wurde, ja öffentlich Personen der Landesregierung, Günter Rösch und ich angegriffen wurden, war unnötig, schädlich, und der Sache nicht förderlich.

Wir hatten es doch tatsächlich gewagt, die Sommerferienzeit nicht abzuwarten und die Beine hochzulegen sondern in einem Sondierungsgespräch nach einem ersten Beschluss im Stadtrats Wittlich und einem besuch des Ministers in Wittlich zum HSG-Turnier Wege abzuklären, die kurz und zielführend sind.

Die Stadtverwaltung hatte bis dahin und dann auch bis Oktober keine konkreten Vorplanungen und Berechnungen vorgenommen. Ein Rathausneubau hatte eine größeren Vorrang.

Der Kreis hat gut daran getan stets die schnelle Umsetzung anzumahnen und das gemeinsame Gespräch mit dem Innenminister im Oktober 2007 hat das Ergebnis aufgezeigt, was heute ein halbes Jahr später immer noch Sache ist. Wir haben unnötig Zeit verloren auch mit dem Blick auf die Zeit für die europaweite Ausschreibung.

Eine gewollte Großsporthalle kann nur unter dem Ticket mit Mehrzwecknutzung zügig umgesetzt werden, 5 Jahre Wartezeit auf einer großen Liste des Landes wären ansonsten herausgekommen.

Der Mehrwert, der Mehrzweck der Halle muss finanziert werden und kann finanziert werden. Die Stadt Wittlich kann günstig investieren, hat geringere Folgekosten durch das gemeinsame Tragen und es wird sich zeigen, dass spätestens bei der Eröffnung alle in die erste Reihe sich stellen um zu sagen, wir wollten ja alle dieses Projekt mit der vielfältigen Nutzung.

Wenn nun in absehbarer keine Stadthalle Wittlich gebaut wird, wozu der Kreis ja auch vor wenigen Jahren schon mal Förderzusagen in Aussicht stellte nur die Stadt die Finanzierung der Folgekosten nicht hinbekam, so liegt dies nicht am Land, nicht am Kreis sondern an 60 Jahren kommunalpolitischem Zögern und Sehnen auf die Taube, die aber bekanntlich meist auf dem Dach sitzt und nicht in der Hand. Wir kriegen gemeinsam auch nicht einen Spatzen.

Ein Küken schlüpft was nun gehegt und gepflegt werden muss, gemeinsam damit es gedeiht und sich zu einem farbenfrohen Vogel entwickelt, der nicht nur gut aussieht sondern auch viele Menschen durch seine Fähigkeiten erfreut.

Der nun hoffentlich kommende Frühling bringt wohl bei allen Beteiligten ein Erwachen, ein Erkennen des Notwendigen. Alle Hausaufgaben sind noch nicht gemacht.

Bleiben wir so in der Sportlersprache am Ball, halten wir den Ball flach und sorgen wir dafür, was die Bürgerinnen und Bürger erwarten: eine Halle für alle.