Verkehrskonferenz Büchenbeuren
BÜCHENBEUREN. „Konsequent, vernünftig und
realistisch“ – unter diesen Aspekten will die
rheinland-pfälzische Landesregierung die
Verkehrsinfrastruktur rund um den Flughafen Hahn
zügig weiter ausbauen und dafür viele Millionen
Euro in den Bau von Straßen stecken. Dies machte
Verkehrsminister Hendrik Hering am Samstag in der
Jahnhalle in Büchenbeuren deutlich, wohin die
SPD-Landtagsabgeordnete Bettina Brück (Thalfang)
zu einer Verkehrskonferenz eingeladen hatte.
Die Hunsrücker Abgeordnete konnte neben dem
Minister, der auch stellvertretender
SPD-Landesvorsitzender ist, ihre Landtagskollegin
Heike Raab (Cochem) sowie zahlreiche
Kommunalpolitiker aus der gesamten Region rund um
den Flughafen Hahn begrüßen. Das neue
Beschilderungskonzept, das der Verkehrsminister
auf den Weg gebrachte habe, sein ein besonderes
Anliegen der SPD-Parlamentarier gewesen, betonte
Bettina Brück. Gemeinsam mit Joachim Mertes und
Heike Raab habe sie viele Gespräche in Mainz
geführt, um eine entscheidende Verbesserung für
die Menschen in der Region zu erreichen.
Hendrik Hering unterstrich erneut die besondere
Bedeutung des Hunsrück-Flughafens für die
Landespolitik. Der Flughafen liege mitten in
Europa, direkt an der künftigen Verkehrsachse
zwischen dem Rhein-Main-Gebiet und den
Überseehäfen Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam.
An diese Verkehrsachse müsse der Flughafen optimal
angebunden werden. „Wir werden aus dem ehemals
strukturschwachen Hunsrück eine dauerhaft
strukturstarke Region machen“, sagte der Minister.
Neben den Anbindung der Mosel- und Naheregion sei
der Ausbau der B 50 das wichtigste Projekt.
Voraussichtlich bis zum Jahr 2011 werde
vierspurige Ausbau von Rheinböllen bis zum
Flughafen Hahn („in der Qualität einer Autobahn“)
realisiert sein. Allein für die noch fehlende
Strecke zwischen Simmern und dem Flughafen würden
insgesamt 96 Millionen Euro aufgewendet. Hering
betonte, das gesamte Ausbauprojekt B 50 werde von
der Planung über die Genehmigung und Finanzierung
in weniger als zehn Jahren umgesetzt. Bundesweit
gebe es kein Bauprojekt, das so schnell realisiert
worden sei. Dies sei auch der Tatsache zu
verdanken, dass die gesamte Region das Vorhaben
unterstütze.
Forderungen nach einer Wiederherstellung der B 327
entlang des Flughafens erteilte der Minister eine
klare Absage. Die entsprechenden Flächen seien von
der EU ganz konkret als schutzwürdige Räume für
bestimmten Pflanzen- und Tierarten benannt worden.
Eine Genehmigung für den Straßenbau würde dort
nicht mehr erteilt. Anderslautende Aussagen seien
unredlich. „Wenn wir nochmals ein
Genehmigungsverfahren anstrengen, kostet das viel
Geld und bringt nichts.“ Politik müsse auch zu
Entscheidungen führen. Deshalb habe er als
Minister entschieden, dass die Umgehung Bärenbach
gebaut werde und zwar „als Landesstraße in der
Dimension einer Bundesstraße“.

Damit zusammen sei die Entscheidung für das neue
„Beschilderungskonzept Hunsrück“ gefallen – auch
um die nicht mehr zeitgemäßen und nicht mehr
korrekten Beschilderungen zu ersetzen. So werde
die Gesamtbeschilderung rund um den Flughafen Hahn
und um die B 327 neu geregelt. Dazu seien nach
Herings Worten etwa 50 Verkehrsknotenpunkte
untersucht und ein ingenieurtechnisches Gutachten
erstellt worden. Nach Anhörung der Fachbehörden
und kommunalen Verwaltungen liege nun das neue
Beschilderungskonzept vor, das zeitnah umgesetzt
werde. Dazu gehöre beispielsweise auch eine
Neuregelung der Verkehrsführung an der Einmündung
der B 50 in die B 327 mit Vorfahrtberechtigung für
die B 50. Hier soll die Verkehrsführung in den
nächsten Wochen der Realität angepasst werden.
Hendrik Hering machte abschließend deutlich, dass
es bei den Menschen in der Region rund um den
Flughafen Hahn einen großen Grundkonsens gebe. Der
Verkehrsminister: „Das ist ein großer
Wettbewerbsvorteil für den Hunsrück; den müssen
wir alle gemeinsam erhalten.“