Kurz
berichtet
WITTLICH.
Mitglieder des Arbeitskreises 60 plus in der SPD
trafen sich in Wittlich zu einer
Informationsveranstaltung unter dem Thema
Geschichte jüdischen Lebens in der Region.
Hierzu hatte man als kompetenten Referenten
Michael Richtscheid, den Leiter des dortigen
Emil-Frank-Instituts gewonnen.
Man
traf sich an zentralem Ort, dem historischen
Marktplatz, und wurde mittels einer neu
erarbeiteten Broschüre der
Emil-Frank-Gedenkstätte in die Themenkreise
eingeführt, die im Verlauf einer Stadtbegehung
vertiefend angesprochen wurden.
Von
der
-
frühen
mittelalterlichen Ansiedlung jüdischen
Lebens im Stadtgebiet und seiner weiteren
Umgebung bis zu den Schreckensereignissen
der Neuzeit,
-
Ausprägung
spezieller Berufe der jüdischen Mitbürger,
-
Entstehung
eines selbstbewussten geachteten jüdischen
Bürgertums mit zum Teil beachtlichem
Grundbesitz mitten unter ihren
nichtjüdischen Mitbürgern, und diesnicht,
wie anderenorts im Ghetto, sondern
nachbarlich Haus an Haus,
-
Entwicklung
der jüdischen Kirchen- und Schulgemeinde,
-
Anlage
eines vergleichsweise großen jüdischen
Friedhofs.
Im
Anschluss an den Stadtrundgang traf man sich in
der wiedererstandenen Synagoge – heute Kultur-
und Gedenkstätte der Stadt – und im Institut.

An
beiden Stätten konnten die gewonnenen
Eindrücke durch medialen Einsatz vertieft und
nachdrücklich belegt werden,
Fotodokumentationen, Filmbeiträge u.ä. aus dem
kirchlichen, schulischen, beruflichen und
häuslichem Leben der jüdischen Mitbürger.
Hans
Gaß erinnerte an die zunächst schwierigen
Anfänge, den Wiederaufbau der Synagoge und die
Einrichtung einer Dokumentationsstelle in einem
Nebengebäude zu betreiben.
Im
Institut dann berichtete Richtscheid von immer
wiederkehrenden Erfahrungen in seiner
Institutionsarbeit, zu der auch die Arbeit mit
Schulklassen gehört. Immer noch seien
Animositäten gegenüber allem Jüdischen in
unserem Volk virulent.
So
kam man schließlich zu der Überzeugung, dass
die Schreckenserfahrungen der jüdischen
Mitbürger unter einem Gewaltsystem immer wieder
in die Erinnerung auch der Nachgeborenen zu
tragen seien.
Das
Emil Frank Institut bietet kostenlose Führungen
für Gruppen nach Voranmeldung zum Thema „Jüdisches
Leben“ in Wittlich und der Region an.