SPD Bernkastel-Wittlich stellt
Kreistagsliste auf
Resolution zum Flughafen Hahn
beschlossen
TRABEN-TRARBACH. Die
Sozialdemokratinnen und
Sozialdemokraten im Kreis
Bernkastel-Wittlich stellten ihre
Kandidatinnen und Kandidaten für die
Wahl des Kreistages am 7. Juni 2009
auf. Dabei geht die Kreis-SPD mit
ihrem Fraktionsvorsitzenden und
langjährigen Landtagsabgeordneten
Günter Rösch aus Bernkastel-Kues als
Spitzenkandidat in Rennen, der dafür
satte 96 Prozent Zustimmung erhielt.
Zunächst stand bei der
Kreiswahlkonferenz der 90ste
Geburtstag des Ortsvereins
Traben-Trarbach im Mittelpunkt des
Interesses. Gerade auch deshalb fand
die Versammlung im „Alten Casino“ im
Stadtteil Trarbach statt. Klaus
Weinmann, von 1966 bis 1988
Vorsitzender des Ortsvereins,
skizzierte die Zeit vom Beginn der
Weimarer Republik, als sich die SPD in
Trarbach-Trarbach am 1.12.1918
gründete, bis heute. Dabei konnte er
beispielsweise aufdecken, dass es
bereits 1911 schon einige
SPD-Mitglieder gegeben habe, jedoch
der Ausbruch des 1. Weltkrieges die
frühere Gründung verhinderte. „Sonst
könnten wir in 2 Jahren schon unser
100jähriges Jubiläum feiern“, ergänzte
Weinmann. Er erinnerte an einzelne
Persönlichkeiten des Ortsvereins,
die gegen die Nazidiktatur sich
einsetzten, so auch im Reichsbanner
Schwarz-Rot-Gold, deren Fahne er nun
offiziell in die jüngeren Hände des
Vorsitzenden Carsten Gerecke
übergab. Die Delegierten quittierten
die Ausführungen Weinmanns mit
stehendem Applaus. Für seine
jahrzehntelangen Leistungen in Partei
und Politik wurde Klaus Weinmann mit
der Willy-Brandt-Medaille
ausgezeichnet.
Anschließend beschrieb
Kreisvorsitzender Dieter Burgard unter
der Überschrift „Heimat mit Zukunft“
die Schwerpunkte sozialdemokratischer
Politik im Kreistag
Bernkastel-Wittlich. Unter der Leitung
von Günter Rösch sei die SPD die
treibende Kraft im Kreistag, deswegen
kämpfe man dafür, mehr als die
bisherigen 9 Sitze zu erreichen. Er
forderte von Landrätin Beate
Läsch-Weber ein klares Bekenntnis zum
Flughafen Hahn und unterstrich die
jahrelange Forderung der SPD-Fraktion,
aus der Flughafen Bitburg-GmbH
auszusteigen. Dieter Burgard ging auch
auf das Konjunkturpaket II ein, aus
dem Geld auch in die Krankenhäuser
fließt, mit der Chance z.B.
Energiesparmaßnahmen an Kitas und
Schulen durchzuführen, um langfristig
die Energiekosten zu begrenzen. Die
Gebietsreform war ein weiterer
inhaltlicher Schwerpunkt. Hier setzt
die SPD klar auf Freiwilligkeit bis
2012, Bürgernähe und
Bürgerbeteiligung.
Für die ebenfalls am 7. Juni
anstehende Wahl der Landrätin/des
Landrats werde die SPD keinen
Gegenkandidaten aufstellen. Die SPD
konzentriert sich auf die
Kreistagswahl, will die Spitze der
Kreisverwaltung kontrollieren und wird
genau schauen, wer sich auf die
Ausschreibung bewirbt.
Anschließend nahm das Thema „Flughafen
Hahn“ breiten Raum ein.
Landtagsabgeordnete Bettina Brück
stellte die Resolution des
Kreisvorstandes „Flughafen Hahn –
Zukunft für unsere Region“ vor und
wurde dabei inhaltlich unterstützt von
Landtagspräsident Joachim Mertes und
Flughafen-GmbH-Geschäftsführer Jörg
Schumacher. Alle Redner dankten der
Landesregierung, vor allem
Wirtschaftsminister Hendrik Hering,
für dessen konsequentes und richtiges
Handeln, quasi im letzten Moment. Wäre
Ryanair vom Hahn abgezogen, hätte dies
schwerwiegende Konsequenzen für
Arbeitsplätze und die Zukunft des
Flughafens gehabt. Stattdessen wird
demnächst ein Wachstumskonzept
vorgelegt und eine
Entwicklungsgesellschaft gegründet, um
die noch brach liegenden Flächen auf
dem Flughafen systematisch und
professionell zu vermarkten und
entwickeln. Außerdem steht der Umbau
des Terminals an. „Für die SPD im
Kreis Bernkastel-Wittlich ist die
erfolgreiche Weiterentwicklung des
wichtigsten Konversionsprojekts des
Landes von großer Bedeutung. Mehr als
8.000 Arbeitsplätze auf und um den
Hahn und rund 60 Millionen Euro
Steuereinnahmen jährlich sprechen eine
klare Sprache“, stellte Bettina Brück
klar. Weiter erläuterte sie: „Eine
gute Entwicklung am Flughafen Hahn
bedeutet eine gute Entwicklung für die
Region, Schaffung und Sicherung von
wohnortnahen Arbeitsplätzen, ein
riesiges Potential für die heimische
Wirtschaft, für das Hotel- und
Gaststättengewerbe, für unseren
Einzelhandel, für die Winzerinnen und
Winzer und für die Gewerbebetriebe!“
Die Resolution, die mit großer
Mehrheit angenommen wurde, endet mit
der Forderung, dass der Landkreis in
einer gemeinsamen Konferenz mit den
anderen Landkreisen rund um den
Flughafen konkrete
Entwicklungsmöglichkeiten erarbeitet.
Anschließend wurde unter der
Versammlungsleitung von
Bundestagskandidat Marcus Heintel die
Wahl der Kandidatinnen und Kandidaten
für die SPD-Kreistagsliste
durchgeführt. Der Kreisvorstand
stellte dazu einen Vorschlag mit 48
Personen vor. Mit großer
Geschlossenheit – ohne
Kampfkandidaturen – konnte zur
Abstimmung geschritten werden.